(Andreas Ludwig) Nachdem wir im letzten Test die maximale Kapazität des Tastaturbeckens feststellten und schauten, aus welchen Ritzen das überlaufende Wasser herauskam, beschäftigen wir uns im zweiten Härtetest mit dem aktiven Lüftungssystem. Denn nicht selten kommt es im Alltag vor, dass aus Versehen Lüftungsschlitze zugestellt und warme Luft nicht mehr mit Hilfe des 40mm-Fächerlüfters heraustransportiert werden kann. Ein normaler Desktop-PC sollte dies einige Zeit lang aushalten können. Doch wie sieht es mit einem Notebook aus? Als Extrembeispiel haben wir dafür nicht nur einen der insgesamt vier Lüftungsschlitze dicht gemacht, sondern direkt das gesamte Lüftungssystem von der Außenwelt abgeschnitten. So konnte kein Luftaustausch mittels aktiver Kühlung stattfinden. Ob das Subnotebook Dell Latitude D410 diesen extremen Hitzestau mit dem von Dell entwickelten Kühlsystem HyperCool, bestehend aus einem Lüfter, Kühlflüssigkeit und passiven Kühlkörpern überstand, erfahren Sie in diesem Testbericht.
Testdurchlauf 1: Temperaturentwicklung im Halblastbetrieb
Zunächst wurden die insgesamt vier Lüftungsschlitze mit transparentem Paketklebeband zugeklebt. Danach wurde das Notebook angeschaltet und der Temperaturverlauf der Festplatte und des Prozessors zehn Minuten lang in Intervallen von 15 Sekunden aufgezeichnet. Die Raumtemperatur betrug während des Tests 22°C. Durchschnittlich war beim Betrieb das System 40 bis 50 Prozent ausgelastet (Halblastbetrieb), um den normalen Arbeitsprozess zu simulieren. Ein ständiges Beschreiben der Festplatte und laufende Systemprozesse haben dabei sowohl CPU als auch Festplatte ständig in Betrieb gehalten.
Mit großen Schritten zum Siedepunkt?
Zu Beginn des Tests lagen die Ausgangstemperatur der CPU bei 39°C und die der Festplatte bei exakt 24°C. Schon nach einer Minute (inklusive Bootvorgang von 44 Sekunden) erhöhte sich die CPU-Temperatur um 4.5°C, während die Festplatte nur 22.9°C zu verzeichnen hatte. Bis zum Zeitpunkt vier Minuten und 30 Sekunden erhöhte sich die CPU-Temperatur alle 30 Sekunden um rund 3°C, während die Festplatte in dieser Zeitspanne nur insgesamt 6.5°C wärmer wurde.
Nach dieser Zeit stieg die Temperatur des Intel Pentium M 733 (1.73GHz, 2MB L2-Cache) nur noch in kleinen Schritten, bis sich die Temperatur ab der achten Minute bei 77.6°C bis 77.9°C einpendelte. Die Festplattentemperatur (Hitachi 60GB ATA-100, 5.400 Umdr./Min., 8 MB Cache) stieg hingegen bis zur zehnten Minute auf 31.4°C an, wobei auch hier ein immer kleiner werdender Temperaturanstieg festzustellen war.

Temperaturmaximum erreicht
Auf Dauer wird die vorliegende Temperaturentwicklung zwar indirekt schädlich sein – höchstwahrscheinlich zulasten der Lebensdauer – allerdings kann das Latitude D410 bei normaler Arbeitsphase ein komplett zugeklebtes Lüftungssystem ohne direkte Probleme überstehen. Konkret auf den Alltag bezogen bedeutet dies, dass Sie mit diesem Gerät getrost auf dem Schoss arbeiten können, da der Rechner nicht unbedingt Luftzufuhr benötigt.
Testdurchlauf 2: Temperaturentwicklung im Volllastbetrieb
Ganz anders sieht der Vorgang jedoch im Volllastbetrieb aus. Für diesen Testdurchlauf wurden nicht nur die Lüftungsschlitze komplett zugeklebt, sondern der gesamte Rechner auf eine Auslastung von 90 bis 100 Prozent hochgeschraubt. Die Festplatte wurde darüber hinaus nicht nur im Schreibvorgang auf Trab gehalten, sondern musste gleichzeitig auch Datenpakete lesen. Auch hier verfolgten wir den Verlauf zehn Minuten lang bei Messintervallen von 15 Sekunden.

Abbruch bei 108.3°C
Am Volllastbetrieb sieht man ganz deutlich, wie wichtig ein Lüftungssystem ist. Denn nach einem Zeitraum von vier Minuten überstieg die CPU-Temperatur bereits die 80°C-Marke und damit die maximale Temperatur unseres vorherigen Testdurchlaufs. Die Temperatur stieg sogar so weit an, dass nach rund sechs Minuten und dreißig Sekunden die gefährliche Marke von 95°C überschritten wurde. Da nach weiteren zwei Minuten die CPU-Temperatur auf sage und schreibe 108.3°C stieg und keinen Halt machte, brachen wir an dieser Stelle den Versuch ab.
Abgesehen von diesen für Prozessoren tödlichen Temperaturen stieg auch die Festplatten-Temperatur auf bis 44.6°C an. Im Gegensatz zur CPU muss man hier jedoch keine Schädigung erwarten, wenngleich sich die HDD durch die Extremtemperatur des Prozessors höchstwahrscheinlich weiter erwärmt hätte.
Fazit
Dieser Härtetest zeigt sehr schön, zu was das Subnotebook Dell Latitude D410 fähig ist. Bei einem Halblastbetrieb macht es letztendlich sowohl für die Festplatte als auch für den Prozessor wenig aus, wenn das gesamte Lüftungssystem von frischer Luftzufuhr abgeschnitten ist. Hier pendelte sich sogar die Wärmeentwicklung nach rund acht Minuten bei einem erträglichen Pegel von 77.7°C (CPU) bzw. 31.5°C (HDD) ein.
Beim Volllastbetrieb werden die Karten jedoch völlig neu gemischt. Denn hier erreichte die CPU-Temperatur bis zum Abbruch bei acht Minuten und 30 Sekunden eine gefährliche Temperatur von 108.3°C. Irreparable Schäden wären nach einer weiteren Minute höchstwahrscheinlich die Folge gewesen. Im Gegensatz dazu hätte die Festplatte bei rund 44°C keine Langzeitschäden erlitten.
Zusammengefasst lässt sich folgendes sagen: Während dem normalen Arbeiten macht es nichts aus, wenn die Lüftung für mehrere Minuten außer Gefecht ist. Arbeitet der Prozessor jedoch pausenlos im Maximalbetrieb und ohne jegliche Belüftung – im Alltag wird er nur selten derartig lang bei 90 Prozent und mehr arbeiten – sind irreparable Schäden für den Prozessor die Folge.
Dank der guten Qualität des Latitude D410 wurden nach diesem Test jedoch keine Schäden festgestellt. Lediglich der Prozessor musste kurz nach dem zweiten Testdurchgang mit einem Eisbeutel gekühlt werden.
Bilder vom Härtetest finden Sie in der Bildergalerie. Der nächste Härtetest folgt in Kürze.
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