Eine Milliarde für Zynga – erfolgreicher Börsengang

Schon lange wurde über Rekordeinnahmen beim Börsengang des Social-Games-Anbieters Zynga gemunkelt. Nun war es so weit und Zynga überraschte dennoch – eine Milliarde US-Dollar spült der Börsengang in die Kassen des Unternehmens.

Facebooknutzer kennen die sich stetig wiederholenden Anfragen von Freunden, ob man nicht eine Pflanze für Farmville oder Gebäudebauteile in Cityville abzugeben hätte. Mit grafisch und spielerisch eher anspruchslosen Facebook-Spielen wie Farmville, Cityville oder Mafia Wars erwirtschaftete Zynga in der Vergangenheit bereits verblüffend hohe Summen – der Börsengang war da nur die logische Konsequenz. Und offenbar glauben auch noch viele andere Personen an die Macht der Social Games und an die Fähigkeiten Zyngas, auch weiterhin Menschen Geld für schnelleres Anpflanzen virtuellem Gemüses aus der digitalen Geldbörse entlocken zu können.

Die an diesem Freitag zum ersten mal an der New Yorker Technologiebörse NASDAQ gehandelte Aktie wurde zu einem Preis von 10 Euro abgegeben. Insgesamt waren 100 Millionen Aktien verfügbar. Die so eingenommene Summe sorgt für den größten Börsengang eines US-Unternehmens seit im Jahr 2004 Google an die Börse gegangen ist. Google brachte der Börsengang damals 1,9 Milliarden US-Dollar.

Eine Milliarde für Zynga – erfolgreicher Börsengang

Eine Milliarde für Zynga – erfolgreicher Börsengang

Zynga konnte seine neuen Aktionäre aber nicht nur mit markigen Worten und einigen erfolgreichen Projekten überzeugen sondern auch durch seine anhaltenden Expansionsbestrebungen. So konnte Zynga in den ersten drei Geschäftsquartalen 2011 seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln. Die Einnahmen lagen in den ersten neun Monaten diesen Jahres bei insgesamt 829 Millionen US-Dollar. Dennoch blieben die Börsianer zum Ende des ersten Ausgabetages hin skeptisch: Trotz des guten Einstiegs fiel die Aktie im Laufe des Tages um fast sechs Prozent. Ein wenig wird wohl die Sorgen mitspielen, ob Zynga auch weiterhin in der Lage sein wird, Dauerbrenner wie Farmville zu produzieren.

Dank der stetig steigenden Beliebtheit von Sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+ und damit auch den dort platzierten Spielen dürften die Bilanzen von Zynga auch in Zukunft gut aussehen. Der führende Anbieter von Social Games bekommt aber zunehmend Konkurrenz. Weit vorne mit dabei ist unter anderem das deutsche Unternehmen Bigpoint Games aus Hamburg. Geld verdienen die Anbieter von Browsergames und Social Games allerdings nicht durch den Verkauf ihrer Spiele sondern durch im Spiel angebotene Objekte. Diese wirken wie Spielbeschleuniger – spätere Phasen der Spiele lassen sich ohne finanzielle Investitionen nur schwer und langsam oder teilweise gar nicht meistern. Da besonders Social Games den Freundeskreis des Spielers einbeziehen, gelten diese oft auch als Prestigeobjekte. Zudem kosten die einzelnen zu erwerbenden Spielbestandteile nur wenige Cent – was sich bei mehreren Millionen Mitspielern täglich aber durchaus summiert wie man an den Umsatzzahlen von Zynga sieht.

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