Festplatte mit Flash-Turbo: Seagate Momentus XT V2.0

SSDs sind klein, teuer und verteufelt schnell – herkömmliche Festplatten dagegen arbeiten eher gemächlich, verfügen dafür über große Kapazitäten und sind vergleichsweise preiswert. Seagate schafft den Mittelweg: Die Momentus XT vereint schnellen Flashspeicher als Puffer für die Festplatte. Die zweite Auflage der beliebten Hybrid-Festplatten sollen jetzt mit noch mehr Leistung punkten können.

Schon die erste Generation der Momentus XT konnte mit (für Festplatten) überdurchschnittlich hohen Geschwindigkeiten überzeugen. Seagate verbaute vier Gigabyte Flashspeicher in der Festplatte mit 250, 320 oder 500 Gigabyte Kapazität. Die Leistungen einer echten SSD konnte so zwar nicht erreicht waren, dennoch flossen die Daten deutlich schneller als bei herkömmlichen Festplatten. Nun hat das Unternehmen begonnen, die zweite Generation der Momentus XT auszuliefern – und verspricht mehr Leistung und mehr Kapazität (allerdings zu einem recht hohen Preis).

Die beiden Momentus-XT-Generationen lassen sich nicht anhand des Namens auseinander halten – wohl aber anhand der Kapazität. Die zweite Generation kommt ausschließlich mit 750 Gigabyte Speicherkapazität daher, kleinere Modelle sind nicht geplant. Die Menge des beschleunigenden Flash-Speichers wurde von 4 Gigabyte auf 8 Gigabyte verdoppelt, der herkömmliche Cache ist weiterhin 32 Megabyte groß. Wurde die erste Momentus XT noch für SATA II angeboten, nutzt die aktuelle Version die schnellere SATA-6G-Schnittstelle. Laut Seagate wird die höhere Leistung der Schnittstelle auch dringend benötigt – im Vergleich zum Vorgänger soll die neue Momentus XT gut 70 Prozent schneller arbeiten. Im Vergleich zu einer schnelleren Notebookfestplatte mit 7200 Umdrehungen pro Minute soll die Momentus XT V.2 sogar dreimal so schnell arbeiten. Dabei sorgt nicht nur das Plus an Datenübertragungsrate für einen spürbaren Leistungsschub. Vor allem die durch den Flashspeicher deutlich gesenkten Zugriffszeiten sorgen für ein merkbar flotteres System. Nur beim Schreiben von Daten ist die Momentus XT nicht schneller als eine herkömmliche Festplatte. Der Start des Betriebssystems hingegen profitiert stark von der Hybrid-Technik und kann im Idealfall doppelt so schnell erfolgen. Auch beim Start von Programmen merkt man den Unterschied, der Rechner fühlt sich deutlich schneller an.

Noch schneller hingegen wäre ein Rechner, wenn anstelle der Hybridfestplatte eine reine SSD zum Einsatz käme. Diese sind allerdings noch recht teuer und bieten nur vergleichsweise geringe Kapazitäten. Der Preisvorteil fällt für Seagate aktuell aufgrund der Festplattenengpässe durch die Flutkatastrophe in Thailand allerdings weg: Liegt die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für die 750-GB-Variante noch bei 239 Euro, ist die Festplatte hierzulande erst zu Preisen ab 309 Euro lieferbar. Zu diesem Preis bieten einige Hersteller allerdings auch deutlich schnellere SSDs mit alltagstauglichen 256 Gigabyte Speicherkapazität an. Sinkt der Preis der Momentus XT allerdings noch unter 200 Euro, dürfte die Hybrid-Festplatte eine interessante Alternative darstellen.

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