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Amiga-Revival: Erste Amigaone X1000 ausgeliefert

In der grauen Computer-Urzeit erfreuten sich Commodores Amiga-Computer sowohl unter spielenden Jugendlichen als auch unter semiprofessionellen Anwendern großer Beliebtheit. Ein wenig des alten Charme scheint der Name „Amiga“ offenbar behalten zu haben, nun erscheint – ein wenig verspätet – mit dem Amigaone X1000 ein neu entwickelter Amiga-Computer.

Vorbesteller der limitierten First-Contact-Edition des Amigaone X1000 haben in den vergangenen Tagen recht schwere Post erhalten. Inhalt: Ein großer schwarzer Tower mit eher ungewöhnlichem Innenleben. Der Nachfolger des legendären Amiga. Entwickelt wurden die X1000 von A-Eon in Zusammenarbeit mit Hyperion Entertainment. Die 2000 Euro teuren Rechner setzen dabei nicht auf bekannte PC-Komponenten sondern auf einen Power-PC-Prozessor (Doppelkern mit 2 Gigahertz Taktfrequenz). Als Betriebssystem kommt AmigaOS 4.1 Update 5 zum Einsatz, Version 4.2 ist bereits angekündigt und soll kostenfrei nachinstalliert werden. Viele der Steckplätze des Mainboards wirken bekannt, so setzt der neue Amiga auf bereits etwas angegrauten DDR2-Speicher (4 Slots), Gigabit Ethernet, 10 x USB 2.0, PCI Express x16, PCI „legacy“, SATA 2, IDE und Compact Flash sowie eine AMD Radeon HD 4650 Grafikkarte und eine Festplatte mit 500 Gigabyte Kapazität sowie einen DVD-Brenner. Ungewöhnlich ist der hauseigene Xorro-Steckplatz. Dieser soll dazu dienen, weitere Prozessoren ins System einbinden zu können.

Amigaone X1000

Amigaone X1000

Der Power-PC-Prozessor wird von den mittlerweile von Apple übernommenen P.A.Semi gefertigt, zusätzlich bietet der AmigaOne einen programmierbaren 500-MHz-Coprozessor namens „Xena“. Moderne Schnittstellen wie USB 3.0 oder Thunderbolt fehlen dem Rechner allerdings, so dass sich der AmigaOne X1000 auch angesichts der nicht unbedingt niedrigen Preises eher an begeisterte Amiga-Fans richtet.

Mitte des Jahres ist zudem ein Amiga-Netbook geplant, das ebenfalls auf Power-PC-Technik setzt. So soll das Gerät ein 12 Zoll Display, einen Power-PC e300 Prozessor und AmigaOS als Betriebssystem vereinen. Preislich soll das Amiga-Netbook bei 300 bis 500 US-Dollar liegen. Ob und wann das Netbook auf dem deutschen Markt erscheinen wird, ist allerdings noch nicht sicher. Bereits der X1000 verspätete sich um einige Wochen, letzte Lebenszeichen des Amiga-Netbooks deuten ebenfalls nicht unbedingt auf eine pünktliche Veröffentlichung hin. Für einen zünftigen Retro-Zwist müsste allerdings auch der damalige Commodore-Erzkonkurrenz Atari neue Rechner und Netbooks präsentieren – was eher unwahrscheinlich sein dürfte.