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Anonymous: Daten von rund 1600 Pädophilen veröffentlicht

„Wenn FBI, Interpol oder andere Strafverfolgungsbehörden jemals diese Liste zu Gesicht bekommen, mögen sie dieses Dokument als Basis für ihre weiteren Ermittlungen heranziehen und die angeführten Personen vor Gericht bringen.“ So die sinngemäße Übersetzung der Nachricht in einem Pastebin-Dump des Hacker-Kollektivs Anonymous. Die Gruppierung verlautbarte via Blog-Eintrag am vergangenen Donnerstag die Daten-Veröffentlichung von genau 1589 Pädophilen, die über einschlägige Plattformen zumindest den Zugang zu kinderpornografischen Inhalten hatten.

Insgesamt handelt es sich bei der Veröffentlichung um drei Dateien, wovon ein File den kompletten Datenbank-Auszug von Usern der Darknet-Seite „Lolita City“ (Plattform zum Handeln von kinderpornografischem Material) beinhaltet: Hier sind neben den Usernamen auch Aktivitätskennzahlen, beispielsweise die Anzahl hochgeladener Bilder, verfügbar. Anonymous gibt an, bei Suchvorgängen in der Hidden Wiki – dabei handelt es sich um eine im Deep Web verfügbaren Plattform – auf eine Kategorie mit dem verdächtig klingenden Namen „Hard Candy“ gestoßen zu sein, die Links zu kinderpornografischen Websites beinhaltete. Als erste Maßnahme entfernte Anonymous die Verweise; Es dauerte jedoch nicht lange, bis diese von einem Administrator wieder zugänglich gemacht wurden. Aus diesem Grund seien die Hacker weiterhin an der Arbeit, die Hidden Wiki mit Angriffen zu torpedieren. Zudem konnte Anonymous die angeführten Inhalte zu einem Provider zurückverfolgen, der angeblich die weltweit größte Sammlung an kinderpornografischen Medien hostet. Nach mehreren vom Betreiber ignorierten Warnungen, die Files zu löschen, hackten sich Mitglieder von Anonymous in dessen Server und stoppten sämtliche Dienste. Der genaue Ablauf der Aktion (mit Zeitangaben) findet sich in einem separaten Pastebin-Dump.

Hacker-Kollektiv forscht Kinderporno-Ring aus. Bildnachweis: Anonymous

Außerdem stellte Anonymous Nachforschungen zu den gehackten Daten an und konnte zahlreiche User von Lolita City identifizieren. In dieser Pastebin-Datei werden sogar die exakten Wohnadressen vermeintlicher User aus den USA und den Niederlanden angegeben. Vollständige Namen sowie Alter, Websites und Bemerkungen über etwaige andere Mitgliedschaften bei einschlägigen Websites werden ebenso angeführt. An dieser Stelle bleibt wohl nur zu hoffen, dass die Behörden dem Aufruf von Anonymous nachgehen und sämtliche Mitglieder dieses riesigen Kinderporno-Rings zur Rechenschaft ziehen. Es überkommt Betrachtern der veröffentlichten Datensätze zweifelsohne ein mulmiges Gefühl, wenn man sich ausmalt, welche Art von Menschen sich hinter User-Namen wie „rape-man“ (zu Deutsch: Vergewaltiger), „netter_onkel“ oder „PedMan“ verstecken.



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