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Avira legt Windows lahm

Durch ein fehlerhaftes Servicepaket für einige Schutzprogramme des Herstellers Avira beklagen zahlreiche Nutzer ein nicht mehr funktionierendes Windows-System. Von Avira gibt es bislang kein fehlerbereinigtes Update sondern nur einen Workaround.

Angesichts der Bedrohung durch Schadprogramme, Hacker und andere unangenehme Dinge ist die Installation eines Sicherheitsprogrammes nicht nur Kür sondern Pflicht – inzwischen gilt diese Aussage sogar nicht mehr nur für Windows-PCs sondern zunehmend auch für Macs und Android-Geräte. Die Sicherheitsprogramme Antivirus Premium 2012, Internet Security 2012 und Professional Security 2012 des Herstellers Avira jedoch sorgten am 14. Mai für mehr Probleme mit dem Rechner als es so mancher Angreifer hätte tun können. Durch einen kritischen Fehler im Update der Programme ließen sich viele Anwendungen auf den betroffenen Rechnern nicht mehr starten – bis hin zum Betriebssystem selbst.

Der Fehler liegt in der Verhaltensüberwachung der Antivirenprogramme. Diese soll eigentlich ein ungewöhnliches Verhalten von installierten Programmen feststellen und bei Bedarf die betroffene Anwendung stoppen. Hintergrund: Ein noch nicht in die Antiviren-Liste eingepflegter Schädling kann so aufgrund des Verhaltens der betroffenen Anwendung identifiziert und unschädlich gemacht werden. Das fehlerhafte Update jedoch brachte die Verhaltensüberwachung so aus dem Schritt, dass auch vertrauenswürdige Anwendungen plötzlich als Schadprogramme erkannt wurden. Diese Anwendungen ließen sich nach dem Update der Avira-Produkte nicht mehr starten – allerdings galt das sogar für Teile des Betriebssystems, so dass nach einem Neustart der komplette Rechner nicht mehr ordnungsgemäß hochfahren konnte.

Avira legt Windows lahm

Avira legt Windows lahm

Wenn der jüngst online gestellte Patch zum Beheben des Upgrade-Fehlers noch nicht installiert werden konnte, können betroffene Nutzer das Einstellungsmenü der Avira-Produkte mit der F8-Taste öffnen und dort die Option „Echtzeit Scanner – Proactiv“ deaktivieren. Die Verhaltensüberwachung wird damit ausgeschaltet und kann folglich auch keine Programme mehr blockieren. Auch wenn der Rechner nicht mehr hochfährt funktioniert dieser Workaround – es muss dafür allerdings im abgesicherten Modus gebootet werden.

Wer das fehlerhafte Update noch nicht installiert hat kann zudem aufatmen: Avira hat die Auslieferung des Updates mittlerweile unterbrochen und stellt einen Patch bereit, der allerdings manuell eingespielt werden muss. Wer die Verhaltensüberwachung deaktiviert hat, kann sie nach Einspielen des Patches wieder aktivieren – und sollte das auch tun, da sie einen wichtigen Schutz vor neuen Viren darstellt.



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