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Bitcoin und Co.: Virtuelles Geld im Aufschwung

Keine andere Währung kann derzeit mit ähnlichen Wachstumsraten glänzen, wie das Crypto-Geld Bitcoin (BTC). Stand der Kurs Anfang März noch bei rund 30 US-Dollar pro Bitcoin, wird die Internetwährung nun zu Rekordwerten von über 140 Dollar gehandelt. Das entspricht also einer Steigerung um das Fünffache – Innerhalb eines Zeitraums von nur etwas mehr als einem Monat, wohlgemerkt. Doch nicht nur Bitcoin kann Erfolge verzeichnen: Alternative Crypto-Währungen stehen ebenfalls hoch im Kurs und können, wie bespielsweise Litecoin, mit einem noch beeindruckenderen Wachstum brillieren.

Erfolgsstory Bitcoin

Handelte es sich bei dieser von Hackern erfundenen Währung noch vor nicht allzu langer Zeit um das vorherrschende Zahlungsmittel in den dunklen Ecken des Deep Webs, mit dem vorwiegend Drogen, Waffen und gefälschte Reisepässe anonym gehandelt wurden, so hat sich Bitcoin mittlerweile zu einer etablierten Währung entwickelt, die immer häufiger von Online-Shops aber auch normalen Straßengeschäften als Bezahlungsalternative angeboten wird. Die Vorteile gegenüber Dollar, Euro oder Pfund Sterling sind vielfältig: Es gibt beispielsweise keine Zentralbank, die das Geld in Umlauf bringt. Vielmehr entstehen neue Bitcoins in einem weltweit von Computer-Anwendern gebildeten Netzwerk. Diese „Miner“ stellen Rechenkapazitäten zur Verfügung, mithilfe derer Transaktionen in Form von hochkomplexen mathematischen Problemen abgearbeitet werden.

Bitcoin

Wem Bitcoins in der digitalen Form zu abstrakt sind, kann sie auch in Münzform bestellen. Bild: Casascius

Sobald ein Block mit Transaktionen von einem Miner gelöst wurde, erhält dieser als Belohnung 25 neu geschaffene Bitcoins. Dieser Betrag halbiert sich jedoch in regelmäßigen Zeitabständen, sodass die Menge an Bitcoins von Anfang an festgelegt ist und es deshalb auch keine Inflation gibt. Da es mittlerweile zu einem Ding der Unmöglichkeit geworden ist, alleine mit einem herkömmlichen PC Bitcoins zu erwirtschaften, rechnen immer mehr Bitcoin-Enthusiasten gemeinsam in sogenannten Pools und teilen den Gewinn untereinander auf. Ein weiterer Vorteil von Bitcoins gegenüber normalem Geld ist, dass Transaktionen augenblicklich und mit nur sehr geringen Gebühren abgewickelt werden, ohne den Umweg über eine Bank nehmen zu müssen. Ebenso ist für die Haltung eines Bitcoin-Kontos, der sogenannten „Wallet“, keine Gebühr fällig. Zudem wird die Währung durch ihren dezentralen Aufbau nicht von einer Hand voll Personen kontrolliert, die Einfluss auf den Kurs nehmen könnten.

Alternative Crypto-Währungen

An Bitcoin orientierten sich zahlreiche Entwickler, die alternative virtuelle Währungen erschufen. Als direkter BTC-Konkurrent wird beispielsweise Litecoin (LTC) gesehen, der ebenfalls eine enorme Wertsteigerung erlebte. Anfang März wurde ein Litecoin zu einem Kurs von 0,003 Bitcoin gehandelt, mittlerweile wechselt 1 LTC für über 0,04 Bitcoin den Besitzer. Das entspricht also einem Zuwachs um das mehr als Dreizehnfache. Noch krasser lässt sich der Kursanstieg darstellen, wenn man sich die Entwicklung des Litecoin in US-Dollar vor Augen führt: Anfang März (Wert pro BTC: 34 Dollar) war ein Litecoin 0,1 US-Dollar wert. Heute, also einen Monat später, ist dieser eine Litecoin 5,6 US-Dollar wert. Anleger, die vor rund einem Monat 500 Dollar in Litecoins investierten, hätten dieses Vermögen also bis dato auf 28.000 Dollar versechsundfünfzigfacht. Auf ähnliche – wenn auch nicht ganz so bizarre – Entwicklungen blicken auch andere Crypto-Währungen wie Devcoin (DVC), Namecoin (NMC) oder Terracoin (TRC) zurück.

Entwicklung in der Zukunft

Spezielle Mining-Hardware, die derzeit nur auf Vorbestellung zu kaufen ist, wird einen großen Einfluss auf den Kurs virtueller Währungen haben. Die hier abgebildete BitForce Mini Rig SC des Herstellers Butterflylabs rechnet mit 1,5 TH/s. Dafür würde man derzeit 3000 Grafikkarten mit einer Hashrate von jeweils 500 MH/s benötigen. Bild: Butterflylabs

Spezielle Mining-Hardware, die derzeit nur auf Vorbestellung zu kaufen ist, wird einen großen Einfluss auf den Kurs virtueller Währungen haben. Die hier abgebildete BitForce Mini Rig SC des Herstellers Butterflylabs rechnet mit 1,5 TH/s. Dafür würde man derzeit 3000 Grafikkarten mit einer Hashrate von jeweils 500 MH/s benötigen. Bild: Butterflylabs

Crypto-Währungen sind derzeit in aller Munde und erfreuen sich stetig wachsender Beliebtheit. Dieser Umstand führt natürlich dazu, dass die Verbreitung dieses virtuellen Geldes immer schneller vonstatten geht und sich der (derzeit noch recht instabile) Kurs in den nächsten Monaten einpendeln sollte. Doch es stehen noch Schlüsselereignisse bevor: Einerseits hat der größte Bitcoin-Handelsplatz, Mt.Gox, angekündigt, in absehbarer Zeit auch mit Litecoins handeln zu wollen. Das könnte also einen weiteren Kursanstieg für LTC bedeuten. Zudem tüfteln viele Entwickler an schneller und günstiger Hardware, die Mining profitabler machen soll (beispielsweise Butterflylabs oder Avalon). Butterflylabs kündigte an, demnächst vorbestellte Geräte versenden zu wollen, die insgesamt über eine Rechenpower von 90 TH/s verfügen. Wenn diese Maschinen in Betrieb gehen, wird sich also auch das am Kurs bemerkbar machen. Die größten Chancen auf einen weiteren Anstieg sehen wir bei Litecoin und Terracoin. Letztere Crypto-Währung kommt dem Bitcoin sehr nahe, wurde allerdings mit einem höheren Output an Coins geplant und hat einen schnelleren Block-Rhythmus (Transaktionen werden schneller bestätigt).

Alexander Kriz, Chefredaktion



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