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DSL Arten

Im Dschungel der DSL-Verfahren. Mittlerweile ist die Technik so schnelllebig und man muss sich immer wieder über die neuesten Entwicklungen informieren, um up-to-date zu sein. Im folgenden Artikel bekommen Sie einen Überblick über die verschiedenen DSL-Verfahren.

1. Was heißt und bedeutet DSL im Allgemeinen?

DSL bedeutet „Digital Subscriber Line“. Übersetzt heißt dies „Digitale Teilnehmeranschlussleitung“. Da man heutzutage nur noch Abkürzungen verwendet, spricht man nur von DSL. Über diese Leitung kann jeder Teilnehmer Daten senden und empfangen. Das Besondere daran ist die hohe Übertragungsrate bis bis 50.000 kbit/s. Diese Verbindung ist wesentlich schneller als über das Modem oder ISDN. Im Gegensatz zur analogen Verbindung wird bei DSL die Verbindung ausschließlich zwischen dem Nutzer und der Vermittlungsstelle aufgebaut. Die Verwendung eines anderen Frequenzbereiches ermöglicht die parallele Nutzung eines normalen Telefons.

DSL Arten

DSL Arten ©iStockphoto/Krzysztof Kwiatkowski

Das DSL-Modem empfängt das analoge Signal der Vermittlungsstelle und der DSL-Multipexer wandelt es in ein digitales Signal um und dieses Signal wird zum Provider übertragen.

2. Unterschiedliche DSL-Verfahren

2.1. ADSL

ADSL bedeutet „Asymmetric Digital Subscriber Line“. Dies stellt eine asymmetrische Datenübertragungstechnologie dar. Der Downstream überträgt mit 8 Mbit/s zum Teilnehmer hin und der Upstream überträgt mit

1 Mbit/s vom Teilnehmer weg. Dieser unterschiedlichen Übertragungsrate verdankt der DSL-Anschluss den Zusatz asymmetrisch. ADSL ist die zur Zeit am weitesten verbreitete Internetverbindung dieser Art.

Die Technik des ADSL benutzt nur Frequenzbereiche über denen des ISDN-Anschlusses. Somit können andere Anschlüsse gleichzeitig genutzt werden. ADSL wird für den schnellen Internetzugang genutzt. Seit der Entwicklung in den 90er Jahren stieg deshalb auch die Internetnutzung.

In Deutschland bezeichnete man den ADSL-Anschluss als DSL-Anschluss, aber nicht in anderen Ländern.

2.2. ADSL2

Die ADSL-Technik wurde weiterentwickelt und seit Ende 2005 gibt es den Nachfolger ADSL2+, der mit bis zu 25 Mbit/s zum Teilnehmer hin angeboten wird und somit eine noch höhere Übertragungsrate hat. Die Übertragungsrate des Upstream bleibt bei 1 Mbit/s. Diese neue Technik zeichnet sich durch die Verbesserung der Datenrate und der Reichweite einer ADSL-Verbindung aus. Dies hat zur Folgem dass man ADSL mehr Kunden anbieten kann und die höhere Datenrate führt dazu, dass neue Dienste wie hochauflösendes Fernsehen (HDTV) über das Internet ermöglicht werden.

Die höchste Datenrate für ADSL2 ist das Doppelte von ADSL.
Die Technikhochburg Japan hat Datenraten bis zu 50 Mbit/s ermöglicht. Damit ist ADSL2+ konkurrenzfähig mit VDSL, denn es hat den Vorteil, auch Verbindungen über große Entfernungen herzustellen.
Man hat vor, die Technik des ASDL2+ voranzutreiben.

2.3. HDSL

HDSL bedeutet „High Data Rate Digital Subscriber Line“ und stellt eine symmetrische Datenübertragungstechnologie dar, welche Datenübertragungsraten zwischen 1,54 und 2,04 Mbit/s zulässt. Die höhere Frequenzbreite der Kupferdoppelader wurde als erstes von der HDSL-Technik genutzt. Sie wurde von den USA entwickelt. Dort gibt es Leitungen für 1544 kbit/s, die sich T1-Leitungen nennen. Diese werde die für größere Telefonanlagen und für die Verbindung von Routern untereinander genutzt. Als Leitungscode wurde der AMI-Code verwendet. Die geringe Reichweite foderte den Einsatz von Repeatern und verursachte einen hohen Stromverbrauch. HDSL hat in den USA über die T1-Leitungen eine symmetrische Übertragungsrate von 1544 kbit/s und in Europa über die E1-Leitungen eine Rate von 2048 kbit/s.

Die Erhöhung der Reichweite der HDSL-Technik bei E1 kommt von der verbesserten Leitungscodierung der 2B1Q-Technik.
Neuere HDSL-Übertragungssysteme verwenden jetzt den neuen Leitungscode, den so genannten CAP.
Die HDSL-Technik wurde in der SDSL-Technik weiterentwickelt, denn SDSL braucht nur eine Doppelader und weniger Strom.

2.4. SDSL

SDSL bedeutet „Symmetrische Digital Subscriber Line. SDSL hat somit eine symmetrische Datenbertragungstechnologie, wobei die Bandbreite in Up- und Downstream-Richtung gleich ist. Wichtig ist diese Funktion für Geschäftsleute, die schnelle Uploadverbindungen nutzen möchten. Die Datenübertragungsrate beträgt in beide Richtungen bis zu 3 Mbit/s. Bei der Nutzung von zwei Kupfer-Doppeladern) können höchstensl 4 Mbit/s übertragen werden. SDSL wird fast nur für den Zugang zu ISDN und zu festverschalteten Weitverkehrs-Datennetzen genutzt.

Der Unterschied zur HDSL-Technik ist die fortgeschrittene Modulationstechnik von SDSL. Auf lange Sicht wird die SDSL-Technik auf Grund ihrer Reichweite die beste Übertragungstechnik für den ISDN-Anschluss.
Der Leitungscode heißt „Trellis Coded Pulse Amplitude Modulation“ (TC-PAM).
Die Splitter-Technologie des ADSL-Anschlusses wird von SDSL nicht unterstützt.

2.5. VDSL

VDSL bedeutet „Very High Data Rate Digital Subscriber Line“ und ist eine asymetrische und eine symmetrische Datenübertragungstechnologie. Diese arbeitet asymmetrischmit Datenübertragungsraten von 25 bis 50 Mbit/s im Downstream und 5 bis 10 Mbit/s im Upstream. Bei der symmetrischen Variante sind die Übertragungsraten gleich hoch.
VDSL zeichnet sich aus durch höhere Datenübertragungsraten als zum Beispiel ADSL.
Man unterteilt VDSL in VDSL1 und VDSL2.

2.5.1. VDSL1

Bei VDSL1 sind maximale Übertragungsgeschwindigkeiten von 52 Mbit/s möglich. Je länger aber die Leitung ist, desto niedriger ist die Übertragungsbandbreite. Deshalb muss man auf eine geringe Entfernung zwischen dem Endgerät und der Vermittlungsstelle achten. In großen Städten gibt es viele Vermittlungsstellen, deshalb ist es dort kein großes Problem.
Der leitungscode heißt DMT oder QAM.

VDSL1 wird außerdem auch zur Verlängerung oder Kopplung von Ethernet-Netzwerken über vorhandene Kupferdoppeladern verwendet.
Dieser VDSL1-Anschluss konnte sich auf der Welt nicht durchsetzen.

2.5.2. VDSL2

Den VDL2-Anschluss gibt es erst seit dem Frühjahr 2005 und er hat eine größere Reichweite als sein Vorgänger VDSL1. Der Anschluss basiert auf dem ADSL2+-Anschluss und ist mit ihm kompatibel. Er überträgt theoretisch Daten bis zu einer Geschwindigkeit von 200 Mbit/s. Im Gegensatz zum VDSL1-Anschluss konnte sich der VDSL2 durchsetzen. Dieser wurde entwickelt, um IP-Telefonie, IPTV usw. zu ermöglichen.

Hierfür gibt es verschiedene Profile und der universelle Einsatz ist weltweit geregelt.
Die Telekom bietet seit dem 17. Oktober 2006 VDSL2-Anschlüsse in zwölf Großstädten an, darunter sind zum Beispiel Berlin, Frankfurt, München usw. Die Standorte sollen aber in kurzer Zeit mehr verbreitet werden.

2.6. UADSL

UADSL bedeutet „Universal Asymmetric Digital Subscriber Line“ und ist eine langsame und billige DSL-Verbindung, die von den Amerikanern vereinfacht wurde und keinen Splitter braucht. Diese Technologie konnte sich auf dem Weltmarkt nicht durchsetzten. Sie wurde nur in den USA angeboten. Das Weglassen des Splitters sollte die Installation leichter und das Produkt billiger machen. Es wird nur eine Übertragungsrate von 64 Kilobit pro Sekunde garantiert, obwohl diese durchaus höher sein kann. Die Verwendung des UADSL-Anschlusses führte oft zu einer Störung der Telefonverbindung, was zu einer nachträglichen Einsetzung des Splitters führte und somit die Kosten wieder in die Höhe stiegen. Nun integrierte man den Splitter gleich im ASDL-Modem, was den Nachteil hatte, dass man nicht mal mehr telefonieren konnte, wenn das Gerät defekt war. Außerdem war für jedes Land eine eigene Variante des Modems mit integriertem Splitter notwendig und somit konnte man nicht in Massenproduktion gehen, um die Kosten zu senken.

2.7 UDSL

UDSL bedeutet „Unidirectional Digital Subscriber Line“ und wird auch mit Uni-DSL abgekürzt. Diese Variante wurde von Texas Instruments (TI) entwickelt.

Die Kompatibilität zu anderen DSL-Anschlüssen ist gegeben und auch der Betrieb über das herkömmliche Kupferkabel ist möglich.
Die Entfernung kann bei dieser Verbindung bis zu 1.800 Meter betragen. Über die Kupferkabel kann der Anschluss eine asymmetrische und symmetrische Datenübertragungsgeschwindigkeit bis zu 200 Mbit/s anbieten. Diese neuartige Technik ersetzt das Verlegen von Glasfaserkabeln bis direkt in die Haushalte.
Hauptsächlich soll diese Technik zur Überbrückung der letzten Meile vor allem die Übertragung von Video-Streams in HDTV-Qualität, die VoIP- und Datendienste ergänzen.