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Japanisches Unternehmen will Weltraumfahrstuhl bauen

Immer wieder wird Science-Fiction zur Wirklichkeit – nun denkt ein japanisches Unternehmen laut über einen Fahrstuhl in den Weltraum nach. Dieser soll zu einer Station in 36.000 Kilometern Höhe fahren und auch Menschen transportieren können.

Kenner des 2008 verstorbenen Science-Fiction-Autoren Arthur C. Clarke kennen das Konzept eines Fahrstuhls in den Weltraum schon seit vielen Jahren, gilt der legendäre Autor von Romanen wie „2001 Odyssee im Weltraum“ doch als einer Vordenker in diesem Bereich. Auch Frank Schätzings Roman „Limit“ behandelt das Thema – doch Aufzüge in den Weltraum sind mitnichten nur reine Zukunftsvisionen fantasievoller Autoren sondern auch in der Wirklichkeit realisierbar. Möglich machen es Nanostrukturen, die erst die nötige Materialstabilität gewährleisten können – als Clarke seinen Roman „Fahrstuhl zu den Sternen“ (Original: „The Fountains of Paradise“) im Jahr 1979 schrieb, waren die für ein solches Projekt nötigen Kohlenstoffnanoröhren indes noch lange nicht erfunden. Die grundlegenden Angaben des Weltraumfahrstuhles in Clarkes Roman stimmen aber mit den Plänen des japanischen Unternehmens Obayashi Corporation überein. Kohlenstoffnanoröhren sind stärker als Stahl, wiegen dabei aber viel weniger.

Japanisches Unternehmen will Weltraumfahrstuhl bauen

Japanisches Unternehmen will Weltraumfahrstuhl bauen ©iStockphoto/IgorKovalchuk

Das Bauunternehmen Obayashi Corporation plant, bis zum Jahr 2050 einen Lift in einen geostationären Orbit zu erschaffen. Damit führt der Fahrstuhl etwa 36.000 Kilometer in die Höhe und endet in einer Raumstation. Auf gleicher Höhe bewegen sich auch Fernseh-, Wetter- oder Kommunikationssatelliten. Denkbar wären auf solch einer Station sowohl touristische als auch wissenschaftliche Quartiere. Ein solcher Weltraumlift ist technisch dank Nanoröhren mittlerweile durchaus realisierbar und erspart teure Raketen, die Waren und Menschen in den Orbit transportieren. Ist die Arbeit an einem solchen Fahrstuhl erst einmal abgeschlossen, erfordert der Betrieb nur noch vergleichsweise wenig Energie, so dass sich ein solches Projekt gegenüber den klassischen Raketenstarts in absehbarer Zeit rechnen dürfte.

Die Kabine, in der bis zu 30 Personen Platz finden sollen, steigt den Plänen der Japaner mit 200 Kilometer pro Stunde in die Höhe. Daraus resultiert allerdings auch eine wenig touristenfreundliche Reisezeit von etwa 7,5 Tagen – in der Kabine muss daher auch ausreichend Platz zum Leben in dieser Zeit vorhanden sein, gleiches gilt für Nahrungsmittel. Sauerstoff hingegen kann mit Versorgungsröhren recht bequem transportiert werden.

Betrieben werden soll der Aufzug mit Solarenergie, die von der Station in 36.000 Kilometern Höhe produziert wird. Das Seil aus Kohlenstoffnanoröhrchen geht noch weit über die Station hinaus und soll erst in etwa 96.000 Kilometern Entfernung zur Erde enden – ein Viertel der Strecke zum Mond also. Am Ende des Seils soll sich ein Gegenwicht befinden, das das System ausbalanciert.

Bislang ist das Projekt allerdings nur eine Vision des Unternehmens, weder die Finanzierung noch ein Standort des Weltraumfahrstuhls sind bislang geklärt.