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Modem, Router, Modemrouter

Router ist nicht gleich Router. In vielen Fällen liefert der DSL-Anbieter vor der ersten Inbetriebnahme des Internetzugangs eine Kiste mit verschiedenen Geräten aus – je nach Anbieter handelt es sich dabei um einen DSL-Splitter, ein Modem – ob Kabel, UMTS/LTE oder DSL ist hierbei mehr oder weniger egal – und einen Router, oft mit WLAN-Funktionen und teilweise mit eingebautem Modem. Diese kombinierten Geräte nennen sich Modemrouter, ein bekannter Vertreter wäre die beliebte Fritz!Box des Berliner Herstellers AVM. Modem und Splitter befinden sich auch oft in einem Gehäuse, wie beispielsweise bei den Starterboxen von Arcor/Vodafone.

Nachdem die einzelnen Geräte nach Anleitung miteinander verbunden sind, werden der oder die Computer mit dem Router verbunden. Das kann wahlweise per Kabel oder per WLAN, per Funk also, geschehen. Bei der Kabelverbindung ergeben sich unter Umständen erste Probleme: Einige Router werden mit nur einem Netzwerkausgang ausgeliefert, so dass sich auf den ersten Blick nur ein einzelner Rechner daran anschließen lässt. Hier lässt sich mit einem sogenannten Netzwerk-Switch Abhilfe schaffen, entsprechende Geräte mit 5 Ports (Anschlüssen) finden sich für wenige Euro im Fachhandel, eingerichtet werden muss dieses Gerät auch nicht. Auch die Funkverbindung kann Probleme bereiten – dann zum Beispiel, wenn der Anbieter nur einen kabelgebundenen Router ohne WLAN-Funktion mitliefert. Die einfachste Lösung wäre hier, einen WLAN-Router zu erwerben und anstelle des mitgelieferten Routers zu nutzen. Doch Vorsicht: Der vom Anbieter überlassene Router sollte nicht weggeworfen oder verkauft werden, da viele Anbieter ihre Hardware nach Beendigen des Vertrages zurückfordern!

Switch

Switch @iStockphoto/Jakub Pavlinec

Auch wenn der Kauf eines WLAN-Routers keine Option darstellt, lässt sich eine Funkverbindung nachrüsten. Im Handel sind sogenannte Access-Points erhältlich, die einfach per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden werden können und für eine WLAN-Verbindung sorgen.

Bei den einzelnen Routern gibt es mannigfaltige Unterschiede in Sachen Leistung, Bedienkomfort, Funkgeschwindigkeit und Funktionsvielfalt. Oft sind die kostenlos oder gegen geringes Entgelt vom Provider mitgelieferten Geräte in ihren Funktionen eingeschränkt und auf eine möglichst unkomplizierte Einrichtung ausgelegt. So gibt es bei der Telekom beispielsweise einige Speedport-Router, die auf der Technik der Fritz!Box von AVM basieren, allerdings ohne den Funktionsumfang einer vergleichbaren Fritz!Box zu erreichen. Teilweise lässt sich hier zwar – besser durch einen erfahrenen PC-Nutzer – die Firmware, das interne Betriebssystem, einer original-Fritz!Box einspielen um den vollen Funktionsumfang zu erreichen, Support vom Telekom-Service sollte man in diesem Falle aber nicht mehr erwarten.

Generell eignen sich einige Router eher für Einsteiger als andere. Die besonders preiswerten Geräte von Unternehmen wie TP-Link bieten zwar einen den teureren Modellen meist ebenbürtigen Funktionsumfang, die Einrichtung ist allerdings in vielen Fällen eher knifflig und ohne Kenntnis zahlreicher Fachbegriffe nur schwer sinnvoll durchführbar. Vor allem Modelle aus Asien kommen in einigen Fällen mit einer ausschließlich auf englisch – oder in gebrochenem Deutsch mit großem Schmunzelfaktor – daher, wer der Fremdsprache nicht mächtig ist, muss sich also Hilfe besorgen. Die von den Providern mitgelieferten Router sind in den meisten Fällen mit einer deutschen Benutzeroberfläche ausgestattet.

Die Einrichtung eines Routers kann übrigens von jedem netzwerkfähigen Gerät vorgenommen werden, da die beiliegenden Installations-CDs so gut wie nie benötigt werden. Im Normalfall ist direkt im Router eine Konfigurationsseite gespeichert, die sich wie eine Internetseite aufrufen lässt. Im Browser muss dann nur eine Ziffernfolge wie 192.168.0.1 eingegeben werden um das Gerät einrichten zu können – notfalls auch via Smartphone oder Tablet.

Die WLAN-Modelle gibt es in verschiedenen Geschwindigkeitsstufen. Als um die Jahrtausendwende das Thema „WLAN“ so langsam aktuell wurde, etablierte eine Arbeitsgemeinschaft den Standard IEEE802.11b. Dieser konnte maximal 11 Megabit pro Sekunde übertragen und arbeitete im frei zugänglichen Funkfrequenzbereich um 2,4 Gigahertz. Die 11 Megabit waren allerdings nur der maximal erreichbare Bruttowert, durch Verluste und mit zu übertragende Steuersignale halbiert sich dieser Wert im Alltag. Bei steigender Entfernung oder wenn sich Hindernisse im Wege befinden, sinkt die erreichbare Datenrate weiter. 801.11b ist für heutige Netzwerke nicht mehr ratsam, selbst langsame DSL-Anschlüsse werden davon ausgebremst. Schneller wurde es einige Jahre später mit 802.11g. Dieser Standard arbeitete weiterhin mit 2,4 Gigahertz, allerdings stieg die maximale Brutto-Datenrate auf bis zu 54 Megabit pro Sekunde an. Netto wird aber auch hier bestenfalls die Hälfte erreicht. 802.11g-taugliche Adapter sind noch immer im Handel und erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Für Internetzugänge mit 6 Megabit pro Sekunde reicht die Leistung vollkommen aus, bei schnelleren Zugängen und mehreren Metern Entfernung von Rechner zum Router kann das WLAN den Empfang aber bereits bremsen.

Die Industrie reagierte aber schon vor einiger Zeit auf den wachsenden Bandbreitenbedarf und stellte mit 802.11n einen deutlich schnelleren Standard vor. Bis zu 450 Megabit pro Sekunde lassen sich damit übertragen, je nach Modell entweder im bekannten 2,4-GHz-Netz oder auch im deutlich weniger „überlaufenen“ Frequenzband mit 5 Gigahertz. „Überlaufen“ sind die 2,4 Gigahertz deshalb, weil nicht nur unzählige Router auf dieser Frequenz arbeiten sondern auch DECT-Telefone und Bluetooth-Adapter. Wer allerdings einen WLAN-Adapter mit 5 Gigahertz betreibt, muss auch beiden Gegenstellen den gleichen Standard nutzen, da sonst keine Verbindung aufgebaut werden kann. Nachteil der weniger überlaufenen Frequenz: die Reichweite ist etwas geringer als bei 2,4 Gigahertz.

Bei 802.11n muss zudem darauf geachtet werden, mit wie vielen Antennen die Adapter arbeiten können. Der Standard überträgt zwar maximal 450 Megabit (auch hier: maximal die Hälfte kommt davon beim Rechner an), es gibt aber auch Router und Adapter mit 300 Megabit – dabei handelt es sich sogar um die am weitesten verbreitete Version – 150 oder gar nur 75 Megabit, je nach Anzahl der genutzten Antennen. Auch die in Smartphones und Tablets verbauten WLAN-Lösungen arbeiten oft nur mit 75 oder maximal 150 Megabit pro Sekunde.

Dafür sind einige Hersteller auf pfiffige Ideen gekommen, um mehr als 450 Megabit pro Sekunde zu übertragen. So werden einfach beide Funknetze, 5 Gigahertz und 2,4 Gigahertz, simultan für Datenübertragungen genutzt um eine höhere Bandbreite zu erreichen. So sind 450 Megabit pro Sekunde mit 5 Gigahertz und weitere 300 Megabit pro Sekunde mit 2,4 Gigahertz realisierbar, was oft mit 750 Megabit pro Sekunde beworben wird.

Bereits in der Entwicklung ist der Nachfolgestandard 802.11ac, welcher ausschließlich 5 Gigahertz nutzt und im der finalen Ausbaustufe bis zu 1300 Megabit pro Sekunde übertragen soll. Erste Geräte wie sie beispielsweise der Hersteller Buffalo angekündigt hat, sollen jedoch mit einer geringeren Übertragungsgeschwindigkeit daherkommen.

Sowohl 802.11n als auch der kommende ac-Standard sind geeignet, um selbst schnellste Internetzugänge per Funk mit dem Rechner zu verbinden. Nettodatenraten von mehr als 100 Megabit pro Sekunde lassen sich auch mit einer oder zwei Wänden und über mehrere Meter Entfernung realisieren.

Autor: Dennis Ziesecke