Skip to main content

Battlefield 3 im Test

Riesige Multiplayer-Schlachten mit jeder Menge an Vehikeln – Das war immer das Merkmal von Battlefield. Nach den zwei Bad Company Teilen kommt mit Battlefield 3 der erste legitime Nachfolger zum 2005 erschienenen Battlefield 2. Ob sich das Warten gelohnt hat, erfahren Sie in diesem Review von Georgios Papadoudis.

Story

Die Story ist Genre-typisch nicht sehr tiefgründig ausgefallen. Sie spielen Staff Sergeant Henry „Black“ Blackburn und finden sich in einen Verhör wieder. Im Verlauf erlebt man die Geschichte aus den Erzählungen von Sergeant Blackburn. Gelegentlich fügen die netten Herren, die Sie verhören, auch etwas hinzu, so schlüpft man beispielsweise in die Haut eines Waffenoffiziers und führt eine Bombadierung durch oder spielt ab und an den russischen GRU Soldaten Dimitri „Dima“ Mayakovsky. Das könnte Ihnen schon bekannt vorkommen, denn etwas ganz Ähnliches kennen Sie aus Call of Duty: Black Ops. Der Rest ist eher Einheitsmatsch und weniger spannend: Konflikt im Nahen Osten, atomare Sprengköpfe und böse Russen – Also nichts, was Sie überraschen sollte. Jedoch muss man hier natürlich auch sagen, dass der Multiplayer das Hauptmerkmal dieses Titels ist.

Singleplayer

Battlefield 3

Battlefield 3 Bild:Electronic Arts GmbH

Wie schon erwähnt: Sie spielen hauptsächlich in den Rollen von Marine Sergeant Blackburn oder Dimitri Mayakovsky. An der Spielweise ist hier nichts Außergewöhnliches: Sie können zwei Waffen tragen, die Sie allerdings auch gegen die gefallener Feinde austauschen können und haben noch ein paar Granaten für alle Fälle dabei. Für Abwechslung ist auch gesorgt: Es gibt Missionen, in denen Sie als Scharfschütze unterwegs sind. Sie übernehmen unter anderem die Kontrolle über Fahrzeuge. Außerdem haben wir noch folgende Kritikpunkte, der Singleplayer ist sehr kurz und die KI erlaubt sich den einen oder anderen Schnitzer. Jedoch ist die Kampagne auf „Schwer“ auch für erfahrene Spieler eine kleine Herausforderung.

Multiplayer

Nun kommen wir zum Herz von Battlefield, dem Multiplayer-Modus. Die erste Sache, die Ihnen wahrscheinlich ungewohnt erscheint, ist der Battlelog – ein auf einen Webbrowser basierendes Hauptmenü, wo Sie ihre Statistiken sehen, sowie die Serverliste finden. Eine Sache, die uns sehr gefallen hat, ist die Möglichkeit, eine Allianz zu bilden, um so zusammen mit ihren Freunden einen Match beizutreten. Es stehen insgesamt sechs Spielmodi zur Auswahl. Im Koop-Modus spielen Sie zusammen mit einem weiteren Spieler eine Kampagne bestehend aus sieben Missionen. Um diese zu bestehen, müssen Sie zusammenarbeiten, z.B. fliegt einer von Ihnen den Helikopter, während der andere als Schütze fungiert oder einer entschärft eine Bombe, während ihn sein Partner absichert. Durch Bestehen dieser Missionen erhalten Sie Punkte, mit denen Sie Waffen freischalten können.

Kommen wir nun zu den verfügbaren Spielmodi des Multiplayers – Diese sollten allen aus dem Vorgänger Battlefield Bad Company 2 bekannt sein. Erstens gibt es den Eroberungsmodus, in dem Sie mit Ihrem Team bestimmte Punkte auf der Karte erobern und halten müssen. Für jeden gefallenen Feind verliert das gegnerische Team ein Ticket und hält ein Team mehr als die Hälfte der Punkte, so sinken die Tickets des gegnerischen Teams kontinuierlich. Erreichen die Tickets Ihres Team null, haben Sie verloren. Falls Sie lieber bestimmte Ziele angreifen oder verteidigen möchten, ist Rush das richtige für Sie: Dort greift das eine Team an, mit der Aufgabe, zwei Ziele in die Luft zu jagen. Dabei haben die Angreifer so viel Zeit, wie ihnen Tickets verbleiben. Für jeden gefallenen Kameraden verlieren die Angreifer ein Ticket – sinken diese auf Null, haben die Verteidiger gewonnen. Können die Angreifer die Ziele sprengen, wird der nächste bereich mit zwei neuen Zielen freigeschaltet. Der Bereich wird 2-3 mal erweitert; schaffen die Angreifer es immer wieder, haben Sie gewonnen. Diesen Modus gibt es auch als Squad-Variante, wo nur zwei Squads zu je vier Spielern gegeneinander antreten.

Die letzten zwei Modi sind ein normales Team-Deathmatch und Squad-Deathmatch – Deren Funktionsweisen sollten wohl jedem von Ihnen bekannt sein. Die Karten werden dabei auf ihren Modus ausgelegt – So sind Eroberungskarten sehr groß und es gibt viele Fahrzeuge; hinter jede Ecke kann ein Panzer auf Sie warten oder plötzlich ein Hubschrauber auftauchen. Natürlich gibt es auch Karten, die auf den Infanteriekampf ausgelegt sind: Dort sind wenige bis gar keine Fahrzeuge zu finden. Ein Beispiel wäre die Karte „Operation Metro“. Im Gegensatz dazu ist es im Rush-Modus immer so, dass nur eine kleine Zahl von Fahrzeugen vorhanden ist und eher das Verteidigen bzw. das gezielte Angreifen einer Position im Vordergrund steht. Dadurch stellt sich hier auch eine ganz andere Spielweise ein. Bevor Sie aber richtig loslegen, sollten Sie sich die vier spielbaren Klassen genau ansehen: Es gibt den mit Sturmgewehr ausgerüsteten Soldaten, der gefallene Mitspieler reanimieren kann, sofern er den Defibrillator freigeschaltet hat. Außerdem hat er immer Medi-Packs dabei, womit er seine Kollegen heilen kann. Der Pionier fungiert im Grunde als Anti-Fahrzeug-Klasse, da er mit Raketenwerfern gegen Land- oder Luftfahrzeuge ausgerüstet ist. Überdies kann er die eigenen Vehikel reparieren, ist mit seinen kleineren Waffen aber nicht so schlagkräftig gegen Infanterie. Aufklärer sind mit Scharfschützengewehren munitioniert, die Ziele aus großer Entfernung ausschalten können. Außerdem haben Sie jede Menge unterstüzende Gegenstände. So können Sie zum Beispiel einen Startpunkt für Ihr Squad aufstellen oder durch eine unbemannte Sonde Gegner von oben ausspähen und so für Ihr Team sichtbar markieren. Zuletzt gibt es noch die Unterstützungsklasse: Sie bringt Munitionsnachschub an die Front und kann den Gegner mit ihren leichten Maschinengewehren unterdrücken.

Der letzte Punkt zum Multiplayer ist das Punkte- und Freischaltungssystem. Sie erhalten Punkte, womit Sie Verbesserungen für Fahrzeuge ihre Klasse und ihre Waffen bekommen. Beispielsweise schalten Sie mit 4000 Punkten als Sturmsoldat den Defibrillator frei. Man bekommt natürlich auch wieder Ränge nach einer bestimmten Anzahl von Punkten und durch das Erfüllen von bestimmten Herausforderungen Orden oder andere Erfolge. Auch sehr schön: Man erhält nach bestimmten Herausforderung oder nach Erhalten einer bestimmten Auszeichnung neue Dog Tags, womit man sein Spielerprofil anpassen kann: Das geht bis hin zu dynamischen Dog Tags, die z.B. die Anzahl Ihrer Abschüsse mit einem leichten Maschinengewehr anzeigen. Jedoch ist das Freischaltungssystem auch ein Kritikpunkt, denn es kann besonders für Späteinsteiger den Spieleinstieg erschweren und so neue Spieler unter Umständen auch abschrecken.

Grafik & Sound

Der Soundtrack ist in Ordnung: Nichts Besonderes, aber auch nicht schlecht. Vor allem hat uns Gefallen, dass das bekannte Battlefield Theme auch in einer abgeänderten Version mit an Bord ist. Was jedoch wirklich sehr schön gemacht ist, sind die Waffengeräusche: Sie hören sich ganz anders an, je nachdem, in welcher Umgebung und welcher Entfernung man abfeuert und generell sind sie sehr glaubhaft und realistisch. Die Grafik ist wirklich beeindruckend: Hier hat sich Entwickler Dice sehr viel Mühe gegeben und die zerstörbare Umgebung ist noch das Tüpfelchen auf dem „i“. Auch hier haben wir jedoch etwas zu meckern, auch wenn es kaum der Rede wert ist: Ein Problem ist, dass die Beine von liegenden Soldat ab und zu durch eine Wand rausgucken können, was sehr blöd aussehen kann. Außerdem wehen Bäume manchmal sehr stark hin und her, als wären sie aus Gummi. Diese Makel fallen aber im Großen und Ganzen kaum auf.

Fazit

Battlefield 3 ist ein grandioser Shooter mit guten Sound-Effekten und wunderschöner Grafik. Jedoch merkt man, dass das Spiel hauptsächlich für den Multiplayer-Modus ausgelegt wurde. Das resultiert dann in einer kurzen und eher unspektakulären Singleplayer-Kampagne. Daher geht unsere Empfehlung ganz klar an alle von Ihnen, die diesen Titel auch im Online-Multiplayer spielen wollen, denn hier ist Battlefield 3 ein mehr als lohnender Kauf. Das geht auch in unsere Wertung ein, denn wir haben hier Story und Singleplayer weniger gewichtet, als den Multiplayer, da es eindeutig die Auslegung dieses Spiels ist. Getestet haben wir Battlefield 3 im Übrigen in der PC-Version. Das Spiel ist aber auch für Xbox und PlayStation 3 erhältlich, jedoch unterscheiden sich diese leicht von der PC version.