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Deus Ex: Human Revolution (PS3) im Test

Energiezellen aufgeladen und Modifikationen aktiviert: Wir haben für Sie einen Blick in die düstere Welt von Deus Ex: Human Revolution gewagt. Was wir dabei erlebt haben, können Sie in diesem Review von Georgios Papadoudis nachlesen.

Story

In einer nicht mehr so weit entfernten Zukunft (und zwar im Jahre 2027), findet die Handlung von Deus Ex: Human Revolution statt. Es ist eine sehr düstere Zukunftsvorstellung, die uns die Entwickler von Deus Ex präsentieren. Sobald man einen Blick hinter die glänzenden Fassaden der Wolkenkratzer und der großen Unternehmen wirft, entdeckt man eine Welt voller Elend, Verschwörungen und Intrigen. Das größte Problem jedoch ist, dass die Gesellschaft in zwei Lager gespalten ist und zwar in Pro- und Contra-Augmentierungsparteien. Augmentierungen sind biomechanische Implantate, einerseits offensichtliche z.B. bionische Arme, die ihren Nutzer stärker machen, aber auch diverse eher unauffällige Optimierungen des Nervensystems, wodurch der Nutzer schneller denken und handeln kann. Auch wenn sich dies nach einer bahnbrechenden Neuerung anhört, bringt es große Probleme mit sich. Die Menschen, denen das Geld für Augmentierungen fehlt oder die aus Überzeugung keine nutzen möchten, verlieren immer öfters ihre Arbeitsplätze, da sie nicht mehr konkurrenzfähig sind. Somit wächst der Hass auf die Augmentierten (von Nicht-Augmentierten auch „Optis“ genannt).

Deus Ex: Human Revolution

Deus Ex: Human Revolution Bild:Eidos Montreal

Die Welt steht also auf einem Pulverfass, das kurz davor ist, hochzugehen. Sie schlüpfen nun in die Rolle des ehemaligen Polizisten Adam Jensen. Nach einem Zwischenfall verlor er seine Anstellung bei der Polizei in Detroit, bekam jedoch ein Jobangebot von David Sarif, dem Chef eines großen Unternehmens, welches die oben genannten Augmentationen produziert und weiterentwickelt. Sie befinden sich gerade in einem Sarif Industries Werk, als plötzlich Söldner angreifen und Chaos ausbricht. Im Verlauf dieser Konfrontation wird Adam lebensbedrohlich verletzt und ein Team von Forschern getötet. Unter diesen Forschern ist auch Megan Reed, Adams Freundin. Um nicht zu sterben, wird Adam stark augmentiert. Als er 6 Monate später wieder zu Bewusstsein kommt, gleicht er eher einem Cyborg, als einem Menschen. Jedoch hat er kaum Zeit diesen Umstand auf sich wirken zu lassen, da er sofort in ein weiteres Sarifwerk abkommandiert wird, wo ein weiterer Angriff stattfindet. Hier beginnt Adams eigentliches Abenteuer. Auf der Suche nach den Angreifern wird er, unter anderem in Detroit, Montreal und Heng Sha nach der Wahrheit suchen müssen und herausfinden, dass die Wahrheit nicht immer offensichtlich ist. Mehr jedoch wollen wir nicht verraten, da wir Ihnen den Spielspaß nicht verderben möchten.

Gameplay

Das Schöne an diesem Titel ist die große Abwechslung. Anfangs beginnt man meist damit, Nachforschungen anzustellen, um herauszufinden, wo genau das nächste Ziel ist oder was vor sich geht. Sehr schön ist hierbei die Liebe zum Detail. Man kann nahezu jeden Computer hacken und die dort befindlichen E-Mails durchlesen. So findet man oft Hintergrundinformationen zur Handlung oder zum Deus Ex Universum. Das gleiche gilt für E-Books, PDA’s und Zeitungen, die man findet. Natürlich wollen wir erwähnen, dass Sie diese Informationen auch auslassen können, da sie sind nicht entscheidend für den erfolgreichen Abschluss ihrer Mission ist, jedoch entgehen Ihnen so sehr viele Fakten.

Ein Punkt wurde bereits angesprochen und zwar das Hacken. Um sich in Computersysteme einzuschleichen, muss man ein kleines Minigame bewältigen. Das kann manchmal fordernd sein, jedoch nicht frustrierend. Mit Hilfe von Augmentationen kann man sich dahingehend anpassen, dass man schneller hackt oder mehr Dinge beeinflussen kann wie z.B. das Umpolen von Robotern und Geschützen. Der Actionteil des Spieles kann von Ihnen auf viele verschiedene Arten bewältigt werden. Die erste Methode wäre rohe Waffengewalt. Ihnen stehen dazu verschiedene Waffen, Augmentationen und ein sehr gutes Deckungssystem zur Verfügung. Vom Deckungssystem sollten Sie auch reichlich Gebrauch machen, denn Ihre Gegner waren sehr fleißig am Schießstand und zielen so gut, dass Sie ohne gute Deckung sehr schnell das Zeitliche segnen.
Etwas Abhilfe bringen da die verschiedenen offensiven Augmentationen, wie etwa eine gepanzerte Haut, die mehr Schaden absorbiert oder ein implantiertes Sprengsystem, welches einen 360 Grad Granatwurf ermöglicht und so alles um Sie herum zerstört. Auch sehr hilfreich sind die anpassbaren Waffen, die Sie dahingehend verbessern können, dass Sie mehr Schaden machen oder auch explosive Munition nutzen.

Natürlich können Sie einige ihrer Waffen auch mit Schalldämpfer ausstatten, dass bringt dann enorme Vorteile wenn Sie, anstatt mit der Tür ins Haus zu fallen, lieber schleichen wollen. Damit kommen wir zum nächsten Lösungsansatz, denn in Deus Ex können Sie auch sehr gut an Ihren Feinden vorbeischleichen. Hier haben Sie auch diverse Hilfsmittel zur Verfügung. Einerseits Nahkampfangriffe, die entweder tödlich sein können oder aber Ihre Opfer nur betäuben, sowie Augmentationen wie Tarnfelder oder Schleichoptimierer und natürlich auch nicht-tödliche Waffen, wie Betäubungsgewehre. Der Vorteil an dieser Spielart ist, dass man für nicht getötete Gegner mehr Ehrfahrungspunkte bekommt. Ehrfahrungspunkte können Sie, sobald genug für einen Praxispunkt vorhanden sind, in die Verbesserung Ihrer Augmentationen stecken. Dies kann man mit dem Hochleveln in einem Rollenspiel und dem dazugehörigen Verteilen von Fähigkeitspunkten vergleichen.

Technik

Während Deus Ex: Human Revolution in unseren Augen mit Story und Gameplay glänzt, hat es im Punkt „Technik“ einige Schwächen. Die Grafik ist eigentlich schon recht schick und trägt die Atmosphäre, aber im Jahr 2011 könnte eine schöne dynamische Beleuchtung eine noch schönere Umgebung erzeugen. Das größere Manko sind jedoch die leblosen Gesichter, besonders der Nebencharaktere, und ihre sehr puppenartigen Bewegungen in Zwischensequenzen und Gesprächen. Wir haben hier natürlich keine Gesichtsanimationen wie bei L.A. Noire erwartet, aber es könnte etwas zeitgemäßer sein. Erschwerend hinzu kommt auch, dass die Sprecher nicht ganz lippensynchron sind. Dies ist sehr schade, da es unserer Ansicht nach eine der besten deutschen Synchronisationen ist, die wir bisher gehört haben.

Schade ist auch, dass in der deutschen Version des Titels leider die englische Synchronisation fehlt. Besonders für Fans des Originaltons, wozu ich mich auch zähle, könnte dies ein Negativpunkt sein. Als letzten Kritikpunkt wollen wir die etwas langen Ladezeiten nennen, die je nach Abschnitt schon einmal eine ganze Minute dauern können. Da es einige knifflige Stellen gibt, wo Sie des Öfteren laden müssen, kann das eine sehr nervige Sache werden. Aber wir wollen nicht nur meckern. Wie bereits erwähnt ist die deutsche Synchronisation sehr gut und auch der Soundtrack sehr gelungen und passend und obwohl die verschiedenen Level abgegrenzt werden und nicht komplett offen sind, ist die Atmosphäre, die dort eingefangen wurde, genial. Die Städte z.B. sind stellenweise glänzend und futuristisch, an anderen Stellen wiederum düster und heruntergekommen. Mal alt, mal neu, eine Mischung aus beidem, „Neo-Noire“ und Cyberpunk wie aus dem Lehrbuch.

Fazit

Trotz der einen oder anderen Schwäche hatten wir lange nicht mehr so viel Spaß mit einem Titel, wie mit Deus Ex: Human Revolution. Vor allem ist es schön, dass man mehrere Wege zum Ziel hat. Während ich mich schleichend und hackend vorgearbeitet habe, räumte sich mein Kollege seinen Weg einfach mit Taifun-Sprengsystem und Sturmgewehr frei. Wir können diesen Titel jedem ans Herz legen, besonders denjenigen unter Ihnen, die auch Fans der Vorgänger sind. Nebst der hier getesteten PS3-Version gibt es das Spiel für den PC und die XBOX 360.

Tops und Flops

Mehrere Lösungswege
Geniale Story
Schöne Atmosphäre
Viele Augmentationen und Waffen-Upgrades
Abwechslungsreiche Nebenmissionen
Gelungener Soundtrack
Nicht lippensynchron
Etwas veraltete Grafik
Lange Ladezeiten
Frustrierende Kämpfe gegen Endgegner
Deus Ex: Human Revolution (PS3) im Test