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Driver San Francisco (PS3) Testbericht

Es ist wieder soweit: Ein neuer Ableger der Driver-Serie ist erschienen und Georgios Papadoudis ist für Sie diese rasante Fahrt angetreten. Alles zu dem Spektakel – hier getestet auf der PlayStation 3 – erfahren Sie in unserem Review.

Story

Sie übernehmen die Kontrolle über den autoverrückten Detective John Tanner. Gerade hat er seinen Erzfeind Charles Jericho hinter Gitter gebracht, doch wehrt die Freude nicht lange. Schon kurze Zeit später gelingt diesem die Flucht. Ohne zu zögern steigt Tanner aufs Gas und macht sich auf die Jagd. Diese endet jedoch mit einem Unfall und er fällt ins Koma. Als vorbildlicher Polizist träumt Tanner in seinem komatösen Zustand natürlich nicht von Erholung am Strand, sondern jagt selbst hier Jericho weiter. Es gibt jedoch einen kleinen Unterschied: Er kann nun „shiften“. Das heißt, er kann zu jedem Augenblick aus seinem Körper fahren. Zuerst in eine Vogelperspektive und dann in jeden anderen Fahrer der Stadt. So kommt man, ohne jemals aus einem Auto auszusteigen, blitzschnell in ein anderes. Wir finden dies eine klasse Idee, die der Spielmechanik Action ohne Unterbrechung beschert.

Driver San Francisco

Driver San Francisco Bild:Ubisoft

Die Story wird durch besondere Story Missionen und Cut-Scenes, im Stil von Polizeiserien der 70er Jahre, erzählt. Das Spiel stellt hauptsächlich eine Hommage an Life on Mars und Starsky und Hutch dar, mit den dazu passenden actionreichen Verfolgungsjagden.

Singleplayer

Der Singleplayer ist sehr umfangreich, vor allem die riesige frei befahrbare Nachbildung von San Francisco, in der alles stattfindet. Einerseits gibt es die schon genannten Story-Aufträge, die immer wieder abwechslungsreich sind, da von Verfolgungsjagd über Rennen bis hin zur Flucht vor der Polizei alles geboten wird. Dazu kommen zwischen den einzelnen Kapiteln jede Menge andere Aktivitäten, darunter Rennen, Verfolgungsjagden oder Stunts. Zusätzlich gibt es noch die Herausforderungen, quasi Miniaufträge: Wie erreichen Sie ein Tempo von 200 km/h oder springen Sie 30 Meter weit? Auf diese Fragen müssen Sie mit Ihrem fahrerischen Können schlagende Antworten geben.

Zu guter letzt kommen noch die Filmaktivitäten, die Sie freischalten können, wenn Sie eine bestimmte Anzahl von versteckten Filmrollen finden. Diese haben uns besonders gut gefallen, denn jede dieser Aktivitäten ist eine Hommage an die Aktionszene eines berühmten Filmes, wie Bullitt und Nur noch 60 Sekunden. Als Fan dieser Filme werden Sie sicher viel Spaß an diesen Aufträgen haben. Durch diese Aufträge erhalten Sie Punkte, mit denen Sie dann neue Autos kaufen können auf die Sie immer wieder zurückgreifen können. Außerdem können Sie die Punkte dazu investieren, Ihre Fähigkeiten zu verbessern. Was hier auch wieder heraussticht, ist der „shift“-Modus, auf den wir bereits im Kapitel „Story“ eingegangen sind.

Eine kleine Warnung sprechen wir hier jedoch aus: Driver San Francisco ist kein Rennspiel und schon gar keine Simulation. Stellen Sie sich vor, Sie gucken einen Action-Film und in dem Moment, wo der Protagonist ins Auto springt und die rasante Fahrt losgeht, übernehmen Sie die Kontrolle. Daran angelehnt ist auch die Fahrphysik sehr hecklastig, mit vielen Drifts und Burnouts – Es soll eben alles sehr actionreich wirken. Das kann anfänglich sehr gewöhnungsbedürftig sein und Simulationsfans werden sicherlich nicht glücklich damit.

Multiplayer

Im Splitscreen-Modus gibt es bis zu 8 verschiedene Spielmodi (der Splitscreen-Modus ist leider nur in den Konsolenversionen vorhanden). Drei davon sind kooperativ: Dort begeben Sie sich beispielsweise auf die Jagd nach Verbrechern, oder Sie müssen ein bestimmtes Fahrzeug vor Erreichen des Ziels stoppen. Bei den restlichen fünf Modi spielen Sie gegeneinander. Dort gibt es neben den klassischen Einzelrennen oder kleinen Turnieren über fünf Rennen auch exotisches wie zum Beispiel den Modus „Fangen“. Jeder von Ihnen wird das als Kind mal gespielt haben und so ist es hier auch. Das markierte Fahrzeug wird durch rammen „gefangen“ und Sie werden dann zum Gejagten. Sind Sie der Gejagte, so haben Sie keinen Zugriff auf das Shift-Feature, ihre Gegner hingegen schon, was die Sache interessanter macht. Die meisten dieser Modi finden Sie auch im Onlinemodus wieder. Hier spielen Sie aber nicht nur zu zweit, sondern mit bis zu sieben weiteren Spielern. Hier kommen noch verschiedene Teamrennen und ein Spielmodus hinzu, der an den von Shootern bekannten „Capture the Flag“ erinnert.

Leider stehen Ihnen viele Modi nicht von Anfang an zur Verfügung, sondern können erst ab einem bestimmten Rang bestritten werden, den Sie durch Erfahrungspunkte erreichen können. Ränge schalten außerdem noch weitere Fahrzeuge frei.

Technik

Auf technischer Ebene macht Driver einen durchaus guten Eindruck. Eine riesige, befahrbare Stadt voller lizensierter Fahrzeuge bildet nur die Spitze des Eisbergs. Die Raucheffekte, die beispielsweise durch Burnouts erzeugt werden, sehen sehr schön aus und der Detailgrad ist für die riesige Welt auch in Ordnung. Besonders auf die Fahrzeuge wurde viel Wert gelegt, denn sogar der Innenraum wird recht schön dargestellt. Die Stadt hat hier und da einige matschige Texturen und vereinzelt treten Pop-Ups auf, die jedoch das Gesamtbild nicht zu sehr stören. Was jedoch oft sehr störend sein kann, ist die „Gummiband-KI“ der Gegner, sodass Sie immer wieder eingeholt werden, egal wie gut Sie fahren und nie das Gefühl haben, ein Rennen zu dominieren. Ebenso spielt der Zufall eine große Rolle bei Herausforderungen und Aktivitäten. Besonders im späteren Verlauf gibt es einige Herausforderungen, wo Sie eine Strecke nahezu perfekt fahren müssen, um Sie erfolgreich im gesetzten Zeitlimit abzuschließen, jedoch wird dieses oft durch Verkehr im falschen Moment unmöglich gemacht. Das ist definitiv ein Frustfaktor.

Der Soundtrack ist sehr 70er-Jahre Soul und Rock angehaucht und ist daher Geschmackssache – wir finden ihn aber sehr passend. Die deutsche Synchronisation ist hingegen etwas durchwachsen. Während die Hauptdarsteller einen wirklich guten Job abliefern, gibt es hin und wieder einige Nebendarsteller, die sehr schlecht gewählt sind, jedoch fallen diese nicht so stark ins Gewicht. Alles weitere, wie Motorengeräusche, kann durchaus überzeugen.

Fazit

Nach dem eher misslungenen Driv3r, bekommt die Serie mit Driver San Francisco einen würdigen Nachfolger der grandiosen ersten zwei Teile. Durch die „shift“-Funktion kommt auch etwas frischer Wind in das Arcade-/Actionracer-Segment. Wir können Driver allen autoverrückten und vor allem Fans von Actionfilm-Verfolgungsjagden empfehlen. Durch den umfangreichen Story-Modus und den sehr gelungenen Multiplayer-Modus bietet Driver San Francisco auch auf lange Sicht viel Motivation.

Driver San Francisco ist im Übrigen nicht nur für die PlayStation 3, sondern auch für XBOX und PC erhältlich.