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Studie: Cybermobbing wird zu immer größerem Problem

Dass das Internet nicht nur für produktive Tätigkeiten herangezogen wird, sondern auch genügend Raum für kriminelle Aktivitäten oder jugendgefährdende Inhalte bietet, ist hinreichend bekannt. Auch typische Shitstorms, wie sie zurzeit an die Telekom als Protest gegen die geplante Abschaffung von Fair-Use-Tarifen gerichtet sind, oder simple „Deine Mutter!“-Postings auf den Facebook-Walls, dürften den meisten Internet-Usern nicht fremd sein.

Dass es allerdings bei persönlichen Übergriffen im Netz (Cybermobbing) nicht nur bei einem harmlosen Facebook-Eintrag bleibt, sondern zunehmend systematische Methoden angewendet werden, um das Gegenüber zu zermürben, ist hingegen relativ neu und offensichtlich auch noch gar nicht im Bewusstsein der Eltern verankert, wie eine Studie des Bündnis gegen Cybermobbing zeigt.

Die Studie bestätigt laut den Verfassern Christoph Schneider, Dr. Catarina Katzer und Uwe Leest einige schon bekannte Aspekte, beispielsweise, dass sich Schüler oftmals in Sozialen Netzwerken abkapseln, um den Problemen der realen Welt zu entgehen. Die Forscher fanden aber auch heraus, dass 17% der befragten Schüler bereits Opfer von Cybermobbing-Übergriffen und 19% sogar aktiv an einer solchen Attacke als Täter beteiligt waren. Die häufigsten Formen derartiger Belästigung seien Beschimpfungen/Beleidigungen, Gerüchte und Verleumdung. Interessant ist auch das Motiv der Täter: Langeweile oder Spaß seien Auslöser dafür, andere Mitschüler zu mobben. Ein Fünftel der Opfer fühle sich durch derlei Angriffe dauerhaft belästigt.

Cybermobbing

Cybermobbing, Bild: @iStockphoto/Clicknique

Ebenso sei der Wunsch von rund der Hälfte aller befragten Cybermobbing-Opfer, mehr Unterstützung in Form von Anti-Mobbing-Trainings, Unterstützungsteams oder Schüler-Scouts zu bekommen.

Von den befragten Eltern gaben satte 90% an, dass sie der Meinung sind, neue Medien würden zu einer Veränderung der Gewalt unter Jugendlichen beitragen und zu enthemmtem Verhalten führen. Gerade einmal 17% der Eltern interessieren beziehungsweise überprüfen jedoch, was ihre Sprösslinge im Internet machen. Ebenso dürften viele Eltern damit überfordert sein, neue Medien in die Erziehung miteinfließen zu lassen.