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Studie: Fernsehen verkommt zum Nebenbei-Medium

Vor einigen Jahren bestimmte das Fernsehen den Tagesablauf in zahlreichen Familien. Abendessen wurde mit der Tagesschau abgestimmt, für die Sportschau war Zwangsruhe im Haus verordnet und das Sandmännchen markierte die Bettzeit für die Kinder. Inzwischen allerdings streiten immer mehr Medien um die Aufmerksamkeit der Deutschen, so dass das Fernsehen zwar weiterhin ein oft genutztes Medium bleibt, die Aufmerksamkeit aber mittlerweile mit anderen Geräten teilen muss.

Studie: Fernsehen verkommt zum Nebenbei-Medium

Studie: Fernsehen verkommt zum Nebenbei-Medium ©iStockphoto/Nastco

Laut einer aktuellen Studie der Agentur Interone steigt die Dauer der TV-Nutzung zwar weiterhin stetig an, allerdings konzentrieren sich die Leute nicht mehr nur ausschließlich auf das TV-Programm. Zunehmend laufen parallel andere Geräte wie Smartphones, Notebooks oder Tablets. Lauf Franziska von Lewinski von der Agentur Interone entwickelt sich der Fernseher immer mehr vom Leitmedium zur Nebenher-Berieselung.

So nutzen bereits die Hälfte der für die Studie befragten die Mediatheken der Sender im Internet – um Werbung zu umgehen und um Sendungen frei vom Sendezeitraum betrachten zu können. Beliebt als Ausgabemedium für bewegte Bilder ist zudem der Laptop – 87 Prozent der Befragten nutzen den mobilen Computer zum Betrachten von Videos. Dabei handelt es sich nicht nur um Mediatheken-Inhalte und Kauf-DVDs sondern bevorzugt um Online-Inhalte wie Youtube. So werden in jeder Sekunde etwa 60 Stunden Videos bei Youtube hochgeladen – eine unglaubliche Menge an Bildmaterial, das mit dem klassischen Fernsehen konkurriert.

Der durchschnittliche TV-Konsum liegt aktuell pro Tag bei 223 Minuten. Allerdings schauen die Befragten nur selten ausschließlich fern – 67 Prozent der Umfrageteilnehmer lassen den Fernseher gelegentlich nebenher laufen. 44 Prozent surfen gleichzeitig im Internet oder nutzen Apps auf ihrem Smartphone oder Tablet. Fazit der Agentur: Inhalte und vor allem auch Werbung erreichen die Zuschauer immer punktueller und nicht mehr so breit gestreut wie noch vor einiger Zeit. Darauf müssen sich Programmgestalter und Werbetreibende einstellen – laut Lewinski ist die Entwicklung Fluch und Segen für die Markenkommunikation gleichzeitig. Werbung muss inzwischen Unterhalten ansonsten wird sie ignoriert, die Aufmerksamkeit anderen Dingen geschenkt.

Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer repräsentativen Umfrage Anfang März sowie auf Experten-Gesprächen und Interviews. Das Alter der Nutzer lag dabei zwischen 25 und 63 Jahre.