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Tchibo: Dia-Scanner mit integriertem Virus verkauft

Wer sich eine Hardware wie einen Dia-Scanner kauft, rechnet nicht unbedingt damit, auch gleich einen Virus für seinen PC mitgeliefert zu bekommen. Käufern eines preiswerten Scanners über die Filialen und den Onlineshop von Tchibo hingegen ist genau das in der Vorweihnachtszeit passiert.

Wie Heise Security berichtet, wurde das von Hama für Tchibo hergestellte Gerät vom Schädling Win32/Conficker.B. Infiziert. Der Virus lauert dabei auf einem im Scanner integrierten Speicher in der Datei DCIM.exe. Zwar lässt sich die Datei auch per Autostart über die ebenfalls im Gerätespeicher vorhandene autorun.inf öffnen, den dazugehörigen Mechanismus hat Microsoft allerdings vor einigen Jahren per Update deutlich entschärft. Diese Einsicht traf Microsoft allerdings nicht ganz ohne Grund: Vor etwa vier Jahren verbreitete sich der Conficker-Virus auf vielen Windows-Rechnern und sorgte für eine der größten Computerviren-Epidemien der vergangenen Jahre. Wer allerdings die .exe-Datei im Scanner-Speicher von Hand ausführt könnte sich dennoch infizieren.

Mittlerweile sollten nur noch sehr schlecht gepflegte Systeme anfällig für den von Hama über Tchibo verbreiteten Virus sein. Dennoch – die Zielgruppe entsprechend preiswerter Dia-Scanner aus dem Kaffeeladen gilt allgemein als in PC-Sicherheitsfragen eher schlecht Informiert, so dass nicht auszuschließen ist, dass der eine oder andere nicht mit Updates oder Virenscannern versehene Alt-PC vom Conficker-Wurm angegriffen werden kann.

Tchibo: Dia-Scanner mit integriertem Virus verkauft

Tchibo: Dia-Scanner mit integriertem Virus verkauft Bild:Tchibo

Der Dia-Scanner wurde ab dem 11. Dezember 2012 zu einem Preis von 60 Euro über die Filialen und den Onlineshop von Tchibo angeboten. Kunden des Onlineshops wurden nun von Tchibo per Mail vor dem Schädling im Scanner gewarnt, wer den Scanner im Laden erworben hat, ist allerdings unter Umständen noch ahnungslos. Wie Tchibo gegenüber Heise Security angibt, kann der Scanner nach einer Desinfektion durch einen aktuellen Virenscanner gefahrlos genutzt werden. Sollte das Vertrauen in das Gerät allerdings bereits verloren sein, kann der Scanner auch gegen Rückzahlung des Kaufpreises zurückgegeben werden.