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Tegra-3-Platine bringt Quadcore-Technik ins Mini-ITX-Format

Der Embedded-Spezialist Kontron bietet eine schmale Computerplatine mit aufgelötetem Tegra-3-Prozessor von Nvidia an. Für Bastler und Anwender im industriellen Umfeld bietet dieses Modul viel Leistung bei geringer Energieaufnahme.

Wo der Raspberry Pi des Elite-Veteranen David Braben sich auf einen möglichst geringen Preis konzentriert während die Rechenleistung nur nebensächlich scheint, kommt die Kontron-Platine mit einem der schnellsten aktuell erhältlichen ARM-Prozessoren daher. Nvidias Tegra 3 besteht aus gleich vier vollwertigen ARM-A9-Rechenkernen sowie einer Multimedia-tauglichen Grafikeinheit aus der Geforce-Serie. Zusätzlich enthalten ist ein fünfter Rechenkern, der mit einigen Tricks aufs Energiesparen ausgelegt wurde und immer dann die Arbeit anstelle der vier Primärkerne übernimmt, wenn gerade nur wenig Last anliegt. So schafft es Kontron, die komplette Platine inklusive bis zu 2 Gigabyte DDR3L-RAM unter Last auf weniger als 7 Watt und bei geringer Last auf etwa 1 Watt Energieaufnahme zu trimmen. Allerdings taktet der Tegra 3 nur mit 900 Megahertz, in Tablets sind bis zu 1.500 Megahertz machbar.

Tegra-3-Platine bringt Quadcore-Technik ins Mini-ITX-Format

Tegra-3-Platine bringt Quadcore-Technik ins Mini-ITX-Format Bild:Kontron

Auch Wärmeprobleme gibt es bei derart sparsamen Komponenten eher selten. Der Prozessor soll sich mit einfachen passiven Kühlern kühlen lassen, auch der Betrieb in engen Gehäusen soll kein Problem darstellen. Die 17 x 17 Zentimeter kleine Platine beherbergt neben dem Prozessor auch noch USB-Ports, Gigabit-Ethernet, bis zu drei Videoausgänge (einer davon als HDMI 1.4), Audio (in, out, Mikro, S/PDIF) sowie Ports für Speicherkarten und eine SIM-Karte. Per mPCI und mSATA lassen sich Erweiterungskarten und SSDs verbinden, SATA II für klassische Laufwerke ist ebenfalls vorhanden. In industriellen Umgebungen dürfte zudem die RS232-Schnittstelle („Serieller Anschluss“ für PC-Veteranen) gute Dienste vollrichten.

Als Betriebssystem für das Board kommt neben Android auch Linux und der ARM-Fassung in Frage. Theretisch wäre auch Windows RT möglich, zertifiziert Microsoft den Tegra 3 doch für dieses Windows-8-Derivat. Allerdings kommt Windows RT nicht einzeln in den Handel.

Der Kontron KTT30/mITX eignet sich für kleine HTPCs mit ausreichender Leistung für HD-Videomaterial und andere Anwendungen. Auch Fileserver lassen sich damit realisieren. Im professionellen Umfeld lassen sich auf Basis der Platine Videokonferenz-Systeme oder Shopcomputer erstellen. Private Bastler erhalten zu einem voraussichtlich deutlich höheren Preis spürbar mehr Leistung als beim Raspberry Pi, der Tegra 3 ermöglicht aber auch anspruchsvollere Selbstbau-Projekte aus den Bereichen Robotik, Steuerung oder Überwachung. Leider gibt Kontron noch keinen Preis für die Platine an.