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USB-Ladestrom-Standard: Geräte mit bis zu 100 Watt laden

Immer mehr Geräte verfügen eine USB-Buchse zur Stromversorgung. Vom MP3-Player über das Smartphone, Tablet und Headset bis hin zu vollwertigen Computern wie dem Raspberry Pi oder dem CX-01, eBook-Readern oder Digitalkameras – USB ersetzt klassische Stromadapter immer öfter als Ladequelle. Dabei liefern die universellen Buchsen nur relativ geringe Mengen Energie. Die ursprüngliche USB-Spezifikation sah nur maximal 100 mA bei maximal 5,25 Volt am USB-Port vor, inzwischen verkraften die meisten USB-Ports bis zu 500 mA.

Geräte wie Apples iPad benötigen mehr Strom zum Laden – 1000 mA sollten es sein, damit das Gerät nicht den ganzen Tag am USB-Port hängen muss. Dazu sind entweder Netzteile (auch mit USB-Port) oder spezielle Anschlüsse am PC nötig. Diese arbeiten nach neueren Spezifikationen der USB „Battery Charging Specification“ und erlauben einen vorher ausgehandelten Ladestrom von bis zu 1500 mA. Einige Mainboards bringen spezielle Treiber für diesen Modus mit.

Nun soll laut Informationen der Webseite semiaccurate.com das USB Implementers Forum (USB-IF) einen Standard für mehr Leistung beschließen. Bis zu 100 Watt sollen per USB geladen werden können, so dass sich auch Notebooks per USB laden lassen können. Dabei geht es den Verantwortlichen weniger um das Laden des Notebooks direkt am PC sondern eher um spezielle USB-Netzteile und Steckdosen mit integriertem USB – um die Flexibilität zu erhöhen. Schon jetzt finden sich immer mehr Steckdosenleisten mit USB-Port.

USB-Ladestrom-Standard: Geräte mit bis zu 100 Watt laden

USB-Ladestrom-Standard: Geräte mit bis zu 100 Watt laden ©iStockphoto/Ivan Bajic

Das USB-IF sieht dabei sechs Profile für die Spannungsversorgung vor. Profil 0 entspricht den aktuellen Gegebenheiten. Profil 1 ermöglicht mit 2 Ampere und 5 Volt insgesamt 10 Watt. Die meisten mobilen Endgeräte kommen mit dieser Energiemenge gut aus. Das größte Profil, Nummer 5, sieht 5 Ampere und 20 Volt vor, was 100 Watt ergibt. Diese Energiemenge lässt sich allerdings nicht über klassische dünne USB-Kabel transferieren, hier werden spezielle Kabel nötig sein. Gleich bleiben soll aber der erfolgreiche USB-Stecker.

Zudem müssen die Geräte per Protokoll aushandeln, welches Protokoll sie und das genutzte Kabel verkraften. Die Kabel und Endgeräte sollen an einem USB-Logo mit stilisierter Batterie erkenntlich gemacht werden. Micro-USB, der bei Smartphones und Tablets gebräuchliche Standard, soll zudem maximal 3 Ampere und 12 Volt unterstützen – insgesamt also 36 Watt übertragen können.

In Zukunft werden also auch Monitore per USB mit dem Rechner verbunden werden und nicht einmal ein Netzteil benötigen. USB wird noch flexibler und dürfte sich in zahlreichen Haushalten einer ähnlichen Verbreitung wie klassische Steckdosen erfreuen.