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Windows 8: 3D-Beschleunigung

Bislang haftet dem Begriff „3D-Beschleunigung“ immer etwas der Mythos des Gaming-Computers oder der der professionellen CAD-Arbeit mit dem Rechner an. Allerdings nutzen schon jetzt die meisten aktuellen Internetbrowser 3D-Beschleunigung zur Darstellung von Webseiten.

Windows selbst arbeitet bislang bevorzugt mit 2D-Beschleunigungsfunktionen beispielsweise per DirectDraw. Die immer komplexer rechnenden Pixelbeschleuniger wie sie inzwischen selbst in Onboard-Grafiklösungen zu finden sind, können aber viel mehr und sind so in der Lage, die CPU spürbar zu entlasten. Anstatt die 3D-Beschleunigung nur zur Berechnung von Spielen und zur Beschleunigung aufwändiger HD-Videos zu nutzen, soll bei Windows 8 daher gleich die gesamte Betriebssystemoberfläche von den Funktionen moderner GPUs profitieren.

So soll das System bevorzugt mit einer hohen „Framerate“ von 60 Bildern pro Sekunde berechnet werden, Wartepausen beispielsweise beim Tippen mit dem Finger auf den Touchscreen sollen durch geschickte Nutzung und Optimierung der Schnittstelle minimiert werden. Auch bei der Speichernutzung setzt Microsoft an – DirectX und Grafiktreiber sollen auf einen möglichst flotten Betrieb optimiert werden. Durch die Weiterentwicklung des mit Windows 7 eingeführten DirectWrite soll unter anderem das Scrollen durch große Textmengen beschleunigt werden – vor allem beim schnellen Scrollen per Touchscreen soll es nun weniger rucken und auch die CPU wird weniger belastet.

Windows 8: 3D-Beschleunigung für mehr Systemgeschwindigkeit

Windows 8: 3D-Beschleunigung für mehr Systemgeschwindigkeit Bild:Microsoft

Für die neue Beschleunigung beim Rendern geometrischer Formen muss die Hardware des Zielrechners schon deutlich moderner sein als bei den bisher genannten Funktionen. Eine Grafikkarte nach DirectX11.1 muss für die entsprechende Hardwarebeschleunigung verbaut sein, was bislang nur auf AMDs Radeon HD 7000-Serie und einige (teurere) Modelle der Geforce GTX 600-Serie zutrifft. Bei diesen Karten sollen Rechtecke bis zu 438 Prozent schneller berechnet werden können als unter Windows 7.

Bei der Darstellung der Metro-Oberfläche und vieler Metro-Apps soll DirectX stärker genutzt werden – vor allem sollen wie bei modernen Spielen bevorzugt nur noch Bildinhalte neu berechnet werden, die sich auch verändert haben. So soll nicht nur die CPU-Last sondern auch die des Speicherbusses und der Laufwerke reduziert werden, was bei Mobilcomputern für eine höhere Laufzeit sorgen soll. Um eine geringere Leistungsaufnahme bei Tablets zu erreichen, sollen Apps auf Wunsch mit geringerer Präzision berechnet werden können – eine automatische Hardwareerkennung könnte hier unbedarften Nutzern unter die Arme greifen und helfen Energie zu sparen. Sichtbar ist aber der Fokus auf mobile Plattformen – Desktop-Anwender spüren all diese Neuerungen auf ihren Rechnern nur kaum. Ältere Rechner mit langsamen CPUs könnten noch am ehesten profitieren, diese verfügen aber zumeist ebenfalls über ältere GPUs, die viele neue Funktionen nicht unterstützen.